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© Dipl. Psych. Martin Berger (2009)

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Promille-Controller:

KRITIK AM PROMILLE-CONTROLLER

Wir sind uns darüber bewusst, dass man aus verschiedenen Beweggründen heraus unser Produkt "Promille-Controller" auch kritisch hinterfragen kann. Diese Seite gibt Ihnen Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen:

Können die im "Promille-Controller" angegebenen Alkoholmengen im Einzelfall auch zu hoch sein?

Antwort: höchst unwahrscheinlich

Die folgenden Fragen und dazugehörigen Antworten gehen näher auf Einzelaspekte ein:

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Ist eine durchschnittliche Leberabbaurate von 0,15‰/h als Berechnungsgrundlage bei einem Intervall möglicher Leberabbauraten von 0,1 - 0,2‰/h zu rechtfertigen?

Leberabbauraten unter 0,15‰/h kommen vor allem bei untergewichtigen Personen vor. Diese weisen jedoch auch einen höheren Verteilungsfaktor (Anteil der Körperflüssigkeit) auf, so dass die theoretisch maximale Blutalkoholkonzentration bei diesen Personen prinzipiell niedriger ist als bei normalgewichtigen.

Beispiel: Nach den Angaben im "Promille-Controller" muss ein 60 kg schwerer Mann innerhalb von 5 Stunden 50 g reinen Alkohol zu sich nehmen, um die 0,5‰-Grenze zu verletzen.

Bei einem 60 kg schweren, im Verhältnis zu seiner Körpergröße jedoch untergewichtigen Mann mit einer Leberabbaurate von 0,1‰/h müsste der Verteilungsfaktor 0,85 betragen, damit die im "Promille-Controller" angegebene Trinkmenge bei gleichen Gegebenheiten nicht zu mehr als 0,5‰ BAK führt. In der Fachliteratur werden für untergewichtige Personen Verteilungsfaktoren bis zu 0,9 angegeben.

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Personen mit einem unterdurchschnittlichen Anteil an Körperflüssigkeit (Verteilungsfaktor) erreichen bei gleicher Trinkmenge theoretisch maximal höhere Blutalkoholkonzentrationen als Personen mit einem durchschnittlichen.

Ist die Zugrundelegung durchschnittlicher Verteilungsfaktoren (70% für Männer; 60% für Frauen) beim "Promille-Controller" gerechtfertigt?

Vor allem übergewichtige Personen weisen einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Fettgewebe und damit einen niedrigeren Anteil an Körperflüssigkeit (Verteilungsfaktor) auf. Dieser niedrigere Verteilungsfaktor führt zu theoretisch maximal höheren Blutalkoholkonzentrationen bzw. bei festgesetzter Blutalkoholkonzentration zu entsprechend niedrigeren Trinkmengen.

Auf dem "Promille-Controller" befindet sich ein dementsprechender Hinweis.

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Gibt es nennenswerte Argumente dafür, daß die im "Promille-Controller" angegebenen Trinkmengen doch zu höheren Blutalkoholkonzentrationen als 0,5‰ bzw. 0,3‰ führen?

Im Gegenteil, in der Berechnungsgrundlage des "Promille-Controllers" wurde das sogenannte Resorptionsdefizit (medizinisch nicht ausreichend geklärte Differenz zwischen theoretisch maximaler Blutalkoholkonzentration und empirisch tatsächlich erhaltenen Maximalwerten) nicht berücksichtigt. Dieses liegt in der Regel zwischen 10 und 30 % der aufgenommenen Alkoholmenge und dient als "Sicherheitsspielraum" im Sinne der Straßenverkehrssicherheit für den Fall, daß eine Person den "Promille-Controller" trotz entsprechender Warnungen nutzt, um an die "legal vertretbare Grenze" zu trinken.

Zum sog. Resorptionsdefizit

  1. Dieser "Sicherheitsspielraum" dient der Straßenverkehrssicherheit.
  2. Sinn und Zweck des "Promille-Controllers" ist eben nicht die medizinisch absolut genaue Bestimmung von Blutalkoholkonzentrationen. Der "Promille-Controller" ist kein Instrument, das dazu dienen soll, die "legal vertretbare Trinkgrenze" zu ermitteln, sondern

Der "Promille-Controller" dient der Erhöhung des Bewußtseins für das Zusammenwirken von Geschlecht, Körpergewicht, Trinkdauer und Trinkmenge auf die Höhe und Entstehung von Blutalkoholkonzentrationen.

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Inwiefern sind die im "Promille-Controller" angegebenen Trinkmengen auch für kranke Menschen relevant?

Da der Alkoholabbau zu 90-95% in der Leber stattfindet, müssen vor allem Personen mit Lebererkrankungen von teilweise erheblich geringeren Trinkmengen als in den Skalen des "Promille-Controllers" angegeben ausgehen.

Ein entsprechender Hinweis befindet sich auf der Rückseite des "Promille-Controllers".

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Ein sogenannter "Sturztrunk" am Schluß einer längeren Trinkphase führt spontan zu höheren Blutalkoholkonzentrationen, als die entsprechende Alkoholmenge bei gleichmäßigerem Konsum führen würde. Trägt der "Promille-Controller" dem Rechnung?

Selbstverständlich muß bei der Berechnungsgrundlage des "Promille-Controllers" von einem relativ gleichmäßigen Alkoholkonsum während der Trinkzeit ausgegangen werden.

Auf der Rückseite des "Promille-Controllers" befindet sich ein entsprechender Hinweis.

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Ist es nicht prinzipiell problematisch, ein Instrument zur Bestimmung der für die Erreichung von 0,3‰ bzw. 0,5‰ Blutalkoholkonzentration erforderlichen Alkoholmengen zu schaffen?

Präventionsarbeit bezüglich Alkohol im Straßenverkehr zielt bislang ausschließlich auf den Verzicht von Alkohol ab. Die genauen Gründe hierfür werden in aller Regel nicht oder nur ansatzweise genannt. Vor dem Hintergrund einer gesetzlichen 0,5‰-Grenze erzeugt diese Forderung bei vielen (auch nicht alkoholgefährdeten/alkoholkranken) KraftfahrerInnen Abwehr und eben keine Akzeptanz. Diese KraftfahrerInnen möchte der "Promille-Controller" zur Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol im Straßenverkehr anregen. Diese KraftfahrerInnen von einem unkontrollierten Alkoholkonsum vor der Teilnahme am Straßenverkehr zu einem kontrollierten Alkoholkonsum bzw. zu einem freiwilligen Alkoholverzicht zu motivieren, ist Sinn und Zweck des "Promille-Controllers"